Ministerin Leyen: Ministrantin bei Kardinal Meisner

Kardinal Joachim Meissner, Photo: "PolskiNiemiec" - Wikicommons

Photo: “PolskiNiemiec” – Wikicommons

Heute beim Empfang des Kölner Kardinals Joachim Meisner nach seinem “Soldatengottesdienst” im Kölner Dom, zu dem er seit 1990 aus Anlass des päpstlichen “Weltfriedenstags” einlädt. Der Kardinal versucht sich wieder mal an jovialen Sottisen – das musste schiefgehen, als Fehlgriff in die Sexismus-Kiste, als kleine Schmähung der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Er sagte:

Ursula von der Leyen, Bundesarbeitsministerin, auf dem CDU-Parteitag

Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion / Wikicommons

„Wir haben ja, seitdem ich hier (in Köln) bin, immer (beim jährlichen Soldatengottesdienst) eine Ministrantin mit Uniform, die Oberministrantin, die ja auch das Rauchfass hat.“ Er wendet sich an von der Leyens Staatssekretär Markus Grübel. „Da können Sie dann, Herr Staatssekretär, der Ministerin (sagen), die hat hier eine gute Vertreterin. Es ist mir gar nicht so aufgefallen, dass sie nicht da ist, weil wir die Ministrantin hatten.“

 Was er damit meinte:

„Eigentlich hätte ich es für selbstverständlich gehalten, dass von der Leyen als neue Ministerin einen Antrittsbesuch bei mir macht, zu meinem Super-Friedens-Soldatengottesdienst. Ach, egal, als Ministerin ist sie mir so willkommen oder auch wurscht wie eine Ministrantin die Weihrauch verbreitet.“

Am Ende seines Toastes wendet er sich wieder an den Staatssekretär:

Grüßen Sie bitte die Frau Ministerin, ich bin immer wieder platt, dass das bei der Politik gelingt, dass man so von einer Branche … ja, Sie wissen was ich meine.“ (Lautes Lachen und heftiges Klatschen bei den leitenden Militärs im Publikum)

Was er sagen wollte:

„Liebe Herren in Uniform, wir sind uns doch einig, diese Mutter von sieben Kindern, die sich bisher um Frauenquoten oder die Arbeitslosenversicherung gekümmert hat und dazu noch evangelisch ist… die kann das nicht: Verteidigung ministrieren. Eine schnelle Umschulung? Die soll mal lieber bei mir ministrieren, vielleicht befördere ich sie sogar zur Oberministrantin.“

Übrigens:

Frau von der Leyen könnte ihrem Staatssekretär Markus auch mal eine Schulung in Schlagfertigkeit spendieren. Oder einen Rüffel. Dessen Retourkutsche fiel butterweich aus:

“Sie haben es schon mitbekommen, ich bin nicht die Ministerin, aber wir haben versucht, durch die geballte Macht aller vier Staatssekretäre die Ministerin wenigstens annähernd zu ersetzen. Und wir haben ja vom Kardinal gerade gehört, dass die Frau Oberfeldapothekerin Nobis am Altar schon den Frauenanteil deutlich erhöht hat. Und darum glaube ich sind wir hier gut aufgestellt.”

 

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